Der Hass gegen die „anderen“

Der nicht enden wollende Hass auf andere, nicht weiße Volksgruppen ist in den Vereinigten Staaten immer noch gegenwärtig. 50 Jahre nachdem die Rassentrennung in Amerika gesetzlich aufgehoben worden ist, ist das Land immer noch von fanatischen, rassenfeindlichen Vereinigungen durchsetzt. Durchschnittlich ist jeder Schwarze Amerikaner mindestens einmal im Leben Opfer rassistischer Angriffe geworden. Gleichzeitig sind die Gefängnisse überproportional stark mit Schwarzen und Lateinamerikanern gefüllt während Weiße relativ milde Urteile erhalten. Besonders Jugendliche geraten immer wieder in den Bann von fanatischen Vereinigungen und agieren blind vor Hass als das ausführende Organ und zerstören dabei durch unsinnige Gewalt nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familien. Dies wird in dem Film American History X (1998) von Tony Kaye thematisiert, indem das Leben von zwei Brüder aus den Fugen gerät.

American History X

(Bild: © imdb.com)

Derek Vinyard (Edward Norton), ein junger Neonazi, ermordet zwei Schwarze, die versuchen seinen Wagen zu stehlen, was ihm eine dreijährige Haftstrafe einbringt. Als Derek aus dem Gefängnis entlassen wird ist auch sein jüngerer Bruder Danny (Edward Furlong) fest in der Szene der Neonazis verankert. Durch den Einfluss der Neonazis verfasst Danny im Fach Geschichte einen provokativen Aufsatz über „Mein Kampf“, zum großen Entsetzen des Schulleiters Dr. Sweeney (Avery Brooks), der fortan privaten Geschichtsunterricht für Danny einführt unter dem Titel „American History X“.
Dieser Kurs soll Danny zum eigenständigen Denken anregen. Seine erste Aufgabe ist es über sein großes Vorbild, seinen Bruder Derek, zu schreiben und wie dessen Verhalten und Taten das Leben der Familie beeinflusst hat. Nach der Unterredung bei Dr. Sweeney treffen Danny und Derek das erste Mal seit drei Jahren aufeinander. Was Danny nicht ahnen kann: Das Leben im Gefängnis hat Derek verändert. Während die Naziszene Dereks Freilassung feiern will, plant dieser seinen Ausstieg. Auf einer Party, gerät die Lage zwischen dem Anführer und Derek außer Kontrolle und Derek und Danny müssen flüchten. Danny, der das neue Verhalten seines Bruders nicht versteht ist aufgebracht, woraufhin Derek ihm alles unverblümt erzählt, was ihm im Gefängnis widerfahren ist und was ihn verändert hat. Im Gefängnis entsteht auch der Wunsch, den Rest seiner Familie vor seinem Schicksal zu schützen. Danny und Derek begeben sich nach Hause, wo Danny die ganze Nacht an seinem Aufsatz über Derek arbeitet und zu verstehen beginnt, welche Einflüsse und Situationen im Leben der Brüder zu dem Anschluss an die Neonazi Szene führten.

American History X behandelt ein immer noch ernst zu nehmendes Problem in der Welt: Hass auf andere Volksgruppen. In dem Film wird die erschreckende Gewalt, die Menschen gegen Menschen aufbringen können realistisch dargestellt, was ein überzeugendes Portrait des destruktiven Wesens und der Sinnlosigkeit von Rassismus offenbart. Unterstützt wird dies von der herausragenden und mitreißenden Darstellung Edward Nortons, dessen Hass gegenüber anders farbigen eine andauernde Gefahr ausstrahlt. Der Film zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass Hass Ballast ist und lässt die Frage aufkommen, ob diejenigen, die die Geschichte ignorieren, verdammt sind sie zu wiederholen.

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