Ein wunderbares Überleben

„Als ich die Finger auf die Klaviatur legte, zitterten sie. Diesmal hatte ich also zur Abwechslung mein Leben mit Klavierspielen zu erkaufen…“

Inhaltsangabe

Buchcover

© burcher.de

Die Geschichte des jüdischen Pianisten, der auf wundersamerweise den Abtransport des Warschauer Ghettos überlebte, ist so unglaublich, dass man sie lesen muss, um sie zu begreifen. 1940 musste der junge Wladislaw Szpilman gemeinsam mit seinen Eltern, seinen beiden Schwestern und seinem Bruder in das Warschauer Ghetto ziehen. Mit nur 2.000 Zlotys, die es Juden erlaubt war zu besitzen und den Davidsternen an den Armen, mussten sie ihr Zuhause verlassen und mit 400.000 anderen jüdischen Polen in einem 3,4 Quadratkilometer großen Bezirk umgesiedelt werden.

Wladislaw und seine Familie hatten es durch Bekannte geschafft im Ghetto Arbeit zu finden, doch zwei Jahre später, nach dem sie die Hungersnot, Verzweiflung und das Elend des größten Ghettos Europas miterlebt hatten, fanden sie sich alle auf dem „Umschlagsplatz“ zum Abtransport in ein Vernichtungslager wieder. Dem jungen Pianisten jedoch gelang als einziger die Flucht. Ein Mitglied der Ghettopolizei hatte Szpilman in der Menschenmasse, die sich in die Waggons zwängte, entdeckte und beschlossen ihn aus den „Todes-Reihen“ zu retten.

Nach dem Aufstand im Ghetto haust der Pianist in der menschenleeren Stadt in runtergebrannten und verlassenen Häusern. Er muss immer wieder seine Verstecke wechseln, bei unterschiedlichen Freunden und Bekannten unterkommen, ohne dass jemand sein Dasein bemerkt, da sonst nicht nur ihm, sondern auch seinen Helfern der Tod drohen würde. So kommt es, dass Szpilman nicht nur den Aufstand der Juden und Polen gegen die Nazis im Warschauer Ghetto unterstützte, sondern auch in der Höhle des Löwen landete: dem Dachboden eines Kommandostands. Der Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld entdeckt schließlich sein Versteck. Der Offizier steht in der Pflicht etwas zu tun und Szpilman steht wieder an dem schmalen Grad zwischen Leben und Tod.

Die Autobiographie von Wladislaw Szpilman aus dem Jahr 1946 ist nicht nur in Buchform erhältlich, sondern war auch Stoff eines grandiosen Films von Roman Polanski. 2002 erhielt der Film zudem auch die Goldene Palme in Cannes und Adrien Brody, der den jungen Wladislaw Szpilman verkörpert, gewann für die Rolle seines Lebens einen Oscar als bester Hauptdarsteller.

Rezension

Als ich von der Geschichte von Wladislaw Szpilman hörte war ich gerade 14 Jahre alt geworden. Ich war schon immer an Biographien, vor allem an denen aus dem Zweiten Weltkrieg, interessiert und so musste ich auch dieses Buch lesen. Auch wenn ich noch sehr jung war um jede Zeile wirklich nachzuvollziehen, so war ich davon so gefesselt, dass ich bis heute noch kein anderes Buch so oft gelesen habe, wie „Der Pianist“. Jedes Wort in diesem Buch wurde so ausgewählt, dass es einem eiskalt den Rücken runter läuft, wenn man von den schrecklichen Taten der Nazis und dem Elend der Juden während des Krieges erfährt. Jede Zeile steckt voller Wahrheit und Szpilman hat keine Skrupel alles so detailgetreu wie möglich zu beschreiben. Der Tod war ein ständiger Begleiter, doch so auch die Musik. Immer wieder hat es mich gerührt, wie der Pianist die Kraft fand hat sich aus den schlimmsten Situationen zu retten und dabei niemals seinen Traum aus den Augen verlor: Eines Tages in Zeiten des Friedens wieder Klavier zu spielen.

1+

Users who have LIKED this post:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.