Vom ewigen Kampf Menschenfolter zu stoppen

Man kann niemanden dazu zwingen etwas zu erzählen, was er nicht möchte. Man kann niemanden dazu bringen Dinge zu erzählen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Und genauso wenig können wir Menschen gegen ihren Willen zwingen sich uns zu offenbaren. Das denken viele von uns, doch einige halten sich für allmächtig und durchaus in der Lage den menschlichen Willen zu brechen.

Die Rede ist hier vom ewigen Kampf Folter an Menschen zu beenden. Während wir alle friedlich in unseren westlichen Ländern leben, in der Zuversicht, dass uns nie etwas passieren könnte, weil wir sicher sind und in Gesellschaften leben, in denen Justizsicherheit groß geschrieben wird, leben andere in Angst. Und das zurecht, denn es gibt genug Mächte, die andere dazu zwingen können Informationen gegen ihren Willen zu bekommen. Sei es, dass Hiebschläge, sexueller Missbrauch oder Beleidigungen eingesetzt werden, der Folterart wird keine Grenzen gesetzt.

Es gibt genügend Fälle, die in den Medien bekannt sind und unzählige, die im Verborgenen bleiben, weil es einfach zu viele Taten und Täter sind. Das Schicksal von Raif Badawi, ist wohl das bekannteste, das in den letzten Monaten in den Medien vorgestellt wurde und noch immer auf die Hilfe internationaler Organisationen und Menschen angewiesen ist. Der Blogger und Journalist lebt in Saudi-Arabien und wurde vom Obersten Gericht dazu verurteilt nicht nur für 10 Jahre ins Gefängnis zu gehen, sondern ebenfalls 100o Hiebschläge über sich ergehen zu lassen. Während es so aussah als hätte Amnesty International es geschafft den Saudi vor diesen Schlägen zu befreien, hat das Gericht heute entschieden nicht mehr so gnädig zu sein. 1000 Hiebschläge um einen Aufklärer zum Schweigen zu bringen.

Im Iran wurde vor ein paar Tagen eine junge Künstlerin festgenommen und gefoltert. Der Grund: anrüchige Kunst und viel zu viele Informationen über die Bedingungen in iranischen Gefängnisse. Atena Farghadani ist 29 Jahre alt und Aktivistin, doch jetzt sitzt sie im Gefängnis und wird im wahrsten Sinne des Wortes wie ein „Tier“ behandelt. Körperdurchsuchungen der Gefängniswerter, die an Missbräuche erinnern sind nur der Anfang. Wegen „Beteiligung an Versammlungen und Verschwörungen gegen die nationale Sicherheit“, „Beleidigung von Parlamentsabgeordneten durch Zeichnungen“, „Verbreitung von Propaganda gegen das System“, „Beleidigung des Präsidenten“ und „Beleidigung des Religionsführers“ wurde Farghadani zu 12 Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Gefängnis und Missbrauch um Aktivistinnen in die Knie zu zwingen.

Ein anderes Land, mit genau so schlimmen Foltermethoden ist Marokko: Schläge, schmerzhafte Positionen, Sauerstoffentzüge, simuliertes Ertränken, psychische und sexuelle Gewalt sind nur einige der Dingen, die die marokkanische Regierung einsetzt um aus Menschen „Geständnisse“ herauszukriegen oder um AktivistenInnen mundtot zu machen. Der Beitrag von Amnesty International „Shadow of Impunity: Torture in Morocco and Western Sahara“ veröffentlicht viele erschreckende Folterfälle. Seit 2011 gibt Marokko das Image eines demokratisch führenden Staats, in welchem das Volk endlich den eigenen Präsidenten wählen darf und Menschen in Demonstrationen friedlich ihre Meinung kundgeben dürfen. Doch das Bild trügt. Der „Arabische Frühling“, der in Tunesien anfing und sich über etliche Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas erstreckte, hat so viele Opfer gebracht und so viele dazu bewegt zu kämpfen, da müsste man meinen, dass man die Ziele dieser historischen Ereignisse zu schätzen wüsste, doch dem ist nicht der Fall. Hinter Stahltüren und Betonkomplexen werden Menschen gefoltert – und das ohne Unterbrechung.

Was muss noch geschehen damit Menschen und Regierungen mit diesen schrecklichen Taten aufhören? Wie viele müssen noch an den Leiden der ewigen Folter sterben, bis dies endlich ein Ende findet?

Nachrichten darüber in Zeitungen, Fernsehen, Radio und Social Media zu zeigen ist ein Anfang, doch bei Weitem nicht genug. Wir müssen anfangen uns zu fragen, was noch auf dieser Welt geschehen muss, bis wir merken, dass wir alle nur Menschen sind? Wird ein Mensch gefoltert, dann leiden wir doch alle drunter, denn es sind Mitglieder unserer eigenen Rasse, die verletzt, gedemütigt und getötet werden. Und das nicht von Feinden außerhalb unserer Welt, sondern von unseren eigenen Mitmenschen.

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