Mit Talent, Leib und Seele gegen Menschenrechtsverletzung

Viele Menschen schaffen es durch ihre Musik, Kunst oder Bücher nicht nur andere zu berühren, sondern ebenfalls brechen sie auf ihre eigene Art und Weise das Schweigen und können so andere dazu motivieren selbst auch aktiv zu werden. Joan Baez und Ai Weiwei sind zwei dieser Menschen.

Ai Weiwei

Der Künstler Ai Weiwei ist einer der Träger des „Ambassador of Conscience Award“ von Amnesty International (Foto: © Gao Yuan)

Die internationale Organisation Amnesty International wird am 21. Mai 2015 in Berlin in einer Zeremonie ihren jährlichen „Ambassador of Conscience Award“ vergeben. Die Sieger sind in diesem Jahr die Sängerin Joan Baez und der Künstler Ai Weiwei, die schon seit Jahren als Menschenrechts-Aktivisten tätig sind. Leib, Seele sowie ihre Arbeit haben beide in den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen gelegt und erhalten deshalb zurecht die höchste Ehre, die man in diesem Bereich der aktivistischen Tätigkeiten verleihen kann.

Diese Ehre gilt einzigartigen Menschen, die mit ihren Talenten so viele andere dazu motiviert haben Ungerechtigkeiten persönlich zu nehmen. Deshalb fiel die Auswahl auf die beiden Künstler, die andere Menschenrechtsaktivisten auf der ganzen Welt bewegt haben. Heute ist zudem der 50. Jahrestag des Auftritts von Joan Baez bei den Selma-nach-Montgomery-Märschen der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten von 1965. Gemeinsam mit anderen Sängern hatte Baez daran teilgenommen. Seither hat die Sängerin aktiv gegen Menschenrechtsverletzungen gekämpft und ist mit Martin Luther King jr. bei der Bürgerrechtsbewegung Seite an Seite marschiert. Baez kämpfte danach jahrelang um die Todesstrafe in den USA abzuschaffen, machte sich für den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen in Vietnam stark und setzte sich für die Rechte von Homosexuellen und Migranten ein.

Der andere Würdenträger ist der weltberühmte Künstler Ai Weiwei, der seine chinesische Herkunft in seinen Werken einfließen lässt, jedoch nicht mit Kritik an seinem Heimatland spart. China macht immer wieder Schlagzeilen mit Menschenrechtsverletzungen, die sich vor allem auf die Meinungsfreiheiten beziehen. Weiwei lässt sich aber nicht davon einschüchtern und so drückt er mit seinen Werken aus, was sich viele in China nicht trauen: die Wahrheit. Er selbst hat deshalb auch schon am eigenen Leib spüren müssen, wie die chinesische Regierung mit Menschen wie Weiwei verfährt. Geschlagen und in einer Zelle sitzend hat das den Künstler nicht davon abgebracht weiter Kritik an seinem Land auszuüben. 81 Tage musste er im Gefängnis verbringen, wird seither streng bewacht und auch Ausreisen zu dürfen wurde Weiwei auf unbekannte Zeit verweigert. In Alcatraz in Kalifornien wurden seine jüngsten Werke ausgestellt, es sind Bilder von politischen Gefangenen.

„Freedom of expression is an essential human condition; it should be valued, respected and protected by all of us“. (Meinungsfreiheit ist ein essentielles Menschenrecht; sie sollte von uns allen geschätzt, respektiert und beschützt werden) – Ai Weiwei.

Amnesty International wie auch diese Künstler zeigen, dass es nicht nötig sein muss eine große Persönlichkeit zu sein, es reicht, wenn man den Willen hat etwas zu verändern. Den Willen anderen zu helfen und für sie da zu sein. Weil jeder Mensch es wert ist.

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