Peru: Gewalt an Kindern in der Familie ist keine Privatsache

Im südamerikanischen Land ist es seit Jahrhunderten alltäglich, dass Eltern die eigenen Kinder schlagen. Eine Ohrfeige, ein Kneifen oder auch ein Tritt damit das Kind aufhört unartig zu sein ist nicht unüblich. Unzählige Kinder zwischen ihrem ersten und fünften Lebensjahr geben an von ihren Eltern regelmäßig geschlagen zu werden. Was vor 20 Jahren auch noch in Schulen erlaubt war, ist heute nur noch in Haushalten Gang und Gebe. Ana María Márquez von „Save the Children“ geht sogar einen Schritt weiter und behauptet, dass in Peru „Autorität oftmals mit Gewalt und nicht mit Vernunft“ ausgeübt wird. Weiter setzt die stellvertretende Bürgerbeauftragte für Kinder und Jugendliche Matilde Cobeña noch einen drauf und sagt:“Wir müssen die Bevölkerung hinsichtlich dieser Problematik sensibilisieren, da Gewalt zu einer etablierten Praxis auf sozialer und kultureller Ebene geworden ist.“

Kinder in der Öffentlichkeit zu schlagen würde in Deutschland mindestens zu Kopfschütteln oder sogar Eingreifen führen, nicht jedoch in Peru: Dort kann fast jedes Kind behaupten, dass es mehrmals in der Woche körperliche Gewalt verspürt. Nichtsdestotrotz erschüttern uns fast täglich auch in Deutschland Fälle häuslicher Gewalt an Kindern.

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