Rettet Raif Badawi

Die meisten von uns Leben in einer Welt, in der Rede- und Meinungsfreiheit ein Grundrecht ist. Das Schreiben, Verkünden und Dokumentieren der eigenen Meinung ist ein kostbares Gut, das nicht jeder besitzen darf.

Raif Badawi

Der junge Blogger aus Saudi-Arabien ist seit einem Jahr schrecklicher Tortur ausgesetzt, weil er seine Stimme erhob (Foto: © act.amnestyusa.org)

Im Mai 2014 wurde der Saudi Raif Badawi zu 10 Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben verurteilt. Auch wird er im nächsten Jahrzehnt keine Erlaubnis bekommen Saudi-Arabien zu verlassen und wird ebenfalls aus der Medienwelt auf ewig verbannt. Das ist der Preis, den man zahlen muss, wenn man in seinem Heimatland Saudi-Arabien religiöse Autoritäten kritisiert und das Handeln mächtiger Regierungspersönlichkeiten in Frage stellt.

Badawi hat vor kurzem erst eine Webseit erstellt, auf der man anregende Diskussionen bezüglich Staatsentscheidungen, Regierungsabläufen und alles, was eben in dem Land passiert, diskutieren konnte. Doch der junge Mann hatte nicht mit der so unbändigen Durchsetzungskraft und Gewissenslosigkeit seines Landes gerechnet. Es ist in dem Golfstaat nämlich strengstens verboten über das eigene Land zu schreiben, vor allem, wenn die Meinungen negativ ausfallen. Auch wenn Badawi aus unserer Sicht nur eins seiner Menschenrechte nutzte um seine Meinung kundzutun, in Saudi-Arabien kann dies zur Todesstrafe führen. Denn wer würde 50 Peitschenhiebe an einem Tag aushalten können, ohne bleibende Schäden oder den sicheren Tod fürchten zu müssen?

Hinzu kommt, dass ihm ein schwerer Verstoß gegen die staatlichen (und schwer behüteten) Mediengesetzte vorgeworfen wird, den er nur mit einer Gefängnisstrafe abbezahlen kann. Mehr noch, es bestünde laut der Regierung die Gefahr einer Abtrünnigkeitswelle, die durch einen einzigen angefangen vielleicht nie wieder zum Schweigen gebracht werden kann. Denn das ist das, was diese autoritären Golfstaaten am meisten fürchten: dass Menschen anfangen könnten zu sprechen. Als Rentier- und Allokationsstaaten haben Königreiche wie Saudi-Arabien oder Sultanate wie der Oman einen sehr starken (oft gewaltsamen) Einfluss auf ihre Staatsbürger. Das Internet, Fernsehen und Radio werden sowohl staatlich als auch privat kontrolliert. Menschenrechte und die Meinungsfreiheit zählen dabei nicht zu einem Privileg.

Dicht gefolgt von der „Religionspolizei“, haben Menschen wie Badawi kaum eine Chance sich öffentlich auszudrücken, ohne Gefahr zu laufen, dass sie am nächsten Tag im Gefängnis oder einer Grube landen. Das Königreich geht sogar soweit, dass es beliebte Plattformen wie Facebook, Twitter oder Skype kontrollieren und zur Not auch abschaffen will. Saudi-Arabien tut einfach alles, um seine eigenen Bürger mundtot zu machen.

Seid dabei und beendet diesen schrecklichen Zustand. Helft Amnesty International bei ihrer Aktion Badawi vor weiteren Torturen zu schützen und schreibt auf der Webseite, warum ihr findet, dass der junge Blogger unbedingt und so schnell wie möglich frei gelassen werden muss. Es wird an der Zeit, dass wir anfangen nicht nur an uns selbst zu denken, sondern auch an die, die durch Tyrannei, Gewalt und Scham jeden Tag dafür bestraft werden, ihre Stimme gefunden zu haben. Denken wir auch an die, die nicht so viel Glück haben dürfen. Weil jeder Mensch es wert ist.

Unterstützt Amnesty International und rettet Raif Badawi hier.

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