Starke Kinderworte

An den Versammlungen der Vereinten Nationen nehmen üblicherweise nur hohe Persönlichkeiten und Vertreter der Mitgliedsländer und bestimmter Organisationen teil – also eigentlich nur Erwachsene. Doch dieses Jahr hat es in New York einen jungen Sprecher gegeben, der sich mit seiner starken Stimme für das Wohl von Kindern einsetzt.

UN-Versammlung

Rodrigo mit den UN-Botschafter David Donoghue aus Irland und Macharia Kamau aus Kenia. (Foto: © Alejandro Omar Lopez Merchan)

Bei der gestrigen Versammlung in New York staunten die Teilnehmer nicht schlecht, als der 14-jährige Rodrigo aus Chile seine Ansprache hielt. Der Junge versetzte mit Sätzen wie „Liebe ist schwierig zu messen, aber es ist nicht schwer, Bedingungen zu schaffen, um sie zu fördern.“ alle Teilnehmer in Staunen. Am Ende wurde auch geklatscht, was bei den Versammlungen normalerweise nicht getan wird. Doch Rodrigos Worte waren so klar und so voller Wahrheit, dass sie einen Applaus wert waren.

Der 14-jährige beschrieb in seiner Rede wie wichtig es ist, dass Kinder in einer Familie aufwachsen. Er selbst lebt momentan noch bei einer „SOS-Kinderdorf“-Familie und macht damit mehr als deutlich, dass Kinder genauso wie Erwachsene Liebe brauchen. An dem Tag seiner Rede war er wie andere Vertreter der UN-Mitgliedstaaten auch gekommen, um über die Post-2015-Agenda zu sprechen, da in diesem Jahr die Milleniumsziele auslaufen werden.

Rodrigo sah seine Aufgabe darin alle lateinamerikanischen Kinder an diesem Tag zu repräsentieren, doch seine Rede verriet, dass er mehr tat: Es wurden die essentiellen Bedürfnisse aller Kinder dieser Welt von dem jungen Redner zugrunde gelegt. Diese unschuldigen Worte, die so selbstverständlich sind und dennoch immer wieder vergessen werden, sollten die Vertreter wachrütteln und zeigen, dass es mit der Auswertung von Statistiken und Zahlen nicht getan ist. Es müsste Dialog, Mitwirkung und die Wahrnehmung aller kindlichen Bedürfnisse geschaffen werden, um so das Wohl der Kinder fördern und die Armut in ihrem Leben abschaffen zu können. Die Qualität der Bildung ist dabei entscheidend, denn es sind oftmals neben den Eltern auch die Lehrer, die das Leben von Kindern prägen.

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Kinder eine ganz besondere Art haben, die wichtigen Dinge des Lebens zu erkennen. Selbst der Verantwortliche Macharia Kamau aus Kenia war erstaunt über die starke Rede des Jungen und betonte, dass zuvor noch nie jemand „Liebe“ als Messkriterium genannt hatte. Etwas worüber die UN vielleicht länger nachdenken wird.

Hier kann man sich die Rede von Rodrigo anschauen (Minute 25:40-29:40)

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