Täter werden frei gelassen, Opfer bestraft

In vielen Ländern der Welt herrscht Ungerechtigkeit. Böse Dinge geschehen jeden Tag, die nicht geahndet werden. Doch wenn die Opfer solcher Taten zusätzlich bestraft werden, dann grenzt das an Willkür – an Willkür, die nicht mit Worten zu fassen ist. 

Fatima* ist 14 Jahre alt. Sie lebt in Somalia, einem der ärmsten Länder Afrikas. Fatima wurde von einem sogenannten tuk tuk-Fahrer (Autorikscha) vergewaltigt. Als das Mädchen dies meldete wurde sie nicht, wie man es normalerweise erwarten würde umsorgt, nein, sie wurde zusätzlich noch bestraft. Polizisten vergewaltigten sie nach dem sie die schreckliche Tat, die an ihr begangen wurde, offenbarte.

Fatima

Das 14-jährige Mädchen aus Somalia wurde vergewaltigt und später bestraft, weil sie es gemeldet hatte. (Foto: © uk.news.yahoo.com)

In Somalia werden täglich unzählige Mädchen und Frauen vergewaltigt, sexuelle Übergriffe sind keine Seltenheit. Allerdings können keine Angaben gemacht werden wie viele, weil viele der Opfer schweigen. Sie haben zu viel Angst vor den Konsequenzen, und das sollten sie auch: Das zeigt Fatimas Geschichte.

Das Mädchen hatte sich nichts dabei gedacht, als sie eines Tages in eine Autorikscha einstieg um ihre Süßigkeiten in einem anderem Stadtteil zu verkaufen. Der Fahrer fuhr sie stattdessen an einen abgelegnen Ort und vergewaltigte sie. Die Polizei nahm beide anschließend fest. Der Mann wurde nach kurzer Zeit wieder freigelassen, Fatima wurde beschuldigt eine Prostituierte zu sein. Schon sehr lange versuchen Aktivisten wie Fartuun Adan, Leiterin des Elman Peace und des Human Rights Watch Center in der somalischen Hauptstadt, gegen diese Ungerechtigkeiten zu kämpfen, denn noch immer werden jeden Tag Frauen und Mädchen beschuldigt für ihre Vergewaltigungen selbst verantwortlich zu sein.

Fatimas Tante versuchte einen Monat lang ihre Nichte aus dem Gefängnis zu holen. Die Wärter machten sich immer über sie lustig, wenn sie sie besuchte und rieten ihr Fatima zu vergessen, da sie sowieso so „gut wie tot“ sei. Fatima wurde erst freigelassen, als sich das Elman Peace Center einmischte und das Mädchen aus ihrer Hölle befreite. Das Mädchen ist frei, doch sie ist traumatisiert. Sie wird nie wieder die Erlebnisse dieser schrecklichen Zeit vergessen können und wird immer mit dieser Scham leben müssen.

Anarchische Konflikte toben seit 1991 in Somalia und seither werden jeden Tag junge Mädchen und Frauen Opfer animalischer Vergewaltigungsattacken, die immer ungeahndet bleiben. Wie kann es angehen, dass unschuldige Frauen nicht nur vergewaltigt, sondern später auch noch verurteilt werden? In Somalia wird ein solches Verhalten akzeptiert. Männer tragen keine Schuld, wenn Frauen mit ihren Körpern die Männer verführen. Wenn ein Mann sich an einer Frau vergeht, dann ist sie selbst schuld daran. Auch der Fall aus Indien, in dem eine junge Frau von einem Busfahrer und vier weiteren Menschen vergewaltigt und umgebracht wurde, zeigt wie wenig Frauen in manchen Ländern wert sind. Sie werden wie Objekte behandelt, die nach Lust und Laune von Männern benutzt werden können und da Frauen physisch Männern unterlegen sind, können sie sich auch nicht wehren.

Wann werden diese Grausamkeiten aufhören? Was muss noch geschehen damit diese Ungerechtigkeiten ein Ende finden?

 

* Name wurde geändert.

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