Wann hat Nigerias Leid ein Ende?

Tagein tagaus werden Menschen in ihren essentiellen Rechten verletzt. Auf der ganzen Welt gibt es Länder, die nicht wissen wie man Menschenrechte einhält und deren Regierungen und Politiker sowie Militärs nicht einmal wissen, was Menschenrechte sind. Vor einigen Tagen haben wir hier über das Schicksal eines jungen Nigerianers berichtet. Er wurde zu einem Geständnis gefoltert. Er sollte gestehen, dass er eine Straftat begangen hatte, die aber bis heute nicht bewiesen werden konnte. Der junge Student sitzt jetzt dafür in der Todeszelle.

Am 28. März hat Nigeria einen neuen Präsidenten gewählt. Doch wie sah es mit geheimen und fairen Wahlen aus? Werden im afrikanischen Land mit den meisten Einwohnern und den größten Ölschätzen Menschenrechte eingehalten? Und was müsste in diesem Bereich noch getan werden? Hier ein paar Fakten und Daten:

Menschenrechte

Wann werden Länder wie Nigeria es endlich schaffen in Frieden zu leben? (Foto: © pixabay.com)

Die aktuelle Lage in Nigeria ist schockierend, denn die islamische Terrorgruppe Boko Haram hat im Nordosten des Landes seine Spuren hinterlassen und Hunderte Zivilisten getötet. Hundert Tausende haben kein Zuhause mehr. Die Menschen dort fürchten jeden Tag um ihr Leben, Männer wie Frauen leben in Angst und Kinder sind traumatisiert. Das Leben, das sie einst kannten gibt es so nicht mehr.

65 Prozent der Gefängnisinsassen in Nigeria warten seit Jahren darauf, dass ihre Fälle abgeschlossen werden. Viele sitzen sehr lange unschuldig im Gefängnis und erhalten keine rechtliche Hilfe. Einige sind zu lebenslanger Haft oder zum Tode verurteilt. Die Ironie hier liegt darin, dass diejenigen, die gegen Menschenrechte verstoßen, oft nie ein Gefängnis von innen zu sehen bekommen. Boko Haram ist nur eines der Probleme, mit dem Nigeria zu kämpfen hat. Seitdem 2009 der Anführer der Terrorgruppe durch einen Polizeieinsatz getötet wurde, hat die Gruppe nicht aufgehört das Land mit Bombenanschlägen und radikalen Tötungsaktionen zu terrorisieren. Mindestens 5.400 Zivilisten sind dabei innerhalb eines Jahres ums Leben gekommen.

Millionen von Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, Bildung oder sanitären Anlagen und sind dazu verdammt in ewiger Armut zu leben. Rund um das Nigerdelta werden Menschen zu Opfern erbarmungsloser Ölkonzerne, die das Land ausnehmen, die Umwelt verschmutzen und den umliegenden Dörfern Ernte und sauberes Wasser nehmen. Pipelines, die bestimmte Routen folgen und durch Dörfer gelegt werden müssen verschmutzen zusätzlich das Land und sind nur schwer zu säubern.

Was ist aus den „Chibok“ Mädchen geworden? Im April des letzten Jahres sind 276 Mädchen aus der Oberstufe einer Schule in Chibok entführt worden. Hinter dieser Entführung steht auch die Boko Haram, einige konnten fliehen. 219 werden immer noch vermisst. Laut einer Video-Aufnahme des aktuellen Führers der Terrorgruppe Abubakar Shekau wurden alle Mädchen zwangsverheiratet – doch eine Bestätigung gibt es nicht.

Auch wenn viele glauben, dass das größte Problem Nigerias das Fehlen von Gesetzen sei, ist dem nicht so, denn seit der Unabhängigkeit des Landes 1960 sind viele wichtige internationale Abkommen zum Schutz von Menschenrechte unterzeichnet worden.

Doch woran liegt es, dass Nigeria es nicht schafft gegen Menschenrechtsverletzungen, die jeden Tag von statten gehen, anzugehen und diese zu stoppen? Was muss getan werden damit Mädchen und Studenten, Männer und Frauen in Frieden leben können? Amnesty International beispielsweise ist der Ansicht, dass nicht so schnell Ruhe in das Land einkehren wird. Das liegt daran, dass Nigeria, wie auch andere Staaten Afrikas, eine zu lange Geschichte wirtschaftlicher Ausbeutung und damit Armut, Terror und Regierungsbetrug haben. An diesem Punkt stellt sich die Frage, wie es so viele afrikanische Länder schaffen könnten aus diesem Teufelskreis der Armut und Verzweiflung herauszukommen. Vor allem wenn Gebiete von organisierten Terrormilizen wie Boko Haram oder dem Militär kontrolliert werden, haben Regierung und internationale Organisationen keine Chance die Fesseln zu brechen.

Ist es nicht manchmal sogar so, dass man sich die Frage stellt, ob Industrieländer und andere reiche Staaten mit Absicht diese Länder in ihren miserablen Lagen belassen? Und das nur, damit sie diese weiter ausbeuten können? Denn die unschöne Wahrheit, die niemand hören will, ist, dass ein Teil unseres Reichtums aus ihrem Elend entspringt.

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