Wie Worte die Welt verändern

Vorurteile gegenüber anderen Menschen sind schnell gefällt und gehen häufig mit Rassismus einher. Hat sich das Bild einer bestimmten Volksgruppe erst einmal in dem gesellschaftlichen Denken fest verankert, dauert es viele Generationen bis die Gesellschaft diese Vorurteile wieder begräbt. In den Vereinigten Staaten sowie vielen anderen Ländern sind Vorurteile gegenüber Schwarzen noch immer vorhanden. Ebenso werden sie immer noch Opfer rassistischer Angriffe. Besonders im Bildungssektor sind Vorurteile stark verbreitet. Viele Schwarze müssen immer noch was ganz besonderes leisten, um tatsächlich respektiert und akzeptiert zu werden. Sie müssen „gut“ sein um „gut“ behandelt zu werden, was auch als eine Form des Rassismus gilt. Dabei ist gerade Bildung der einzige Weg aus diesem dunklen Schatten der Menschheit zu treten und Vernunft walten zu lassen. Es ist leider ein sehr langer Weg zur Gerechtigkeit, dessen Ende bis heute noch nicht in Sicht ist. Diese Thematik wird in dem auf wahren Begebenheiten basierenden Film The Great Debaters (2007) von Denzel Washington aufgegriffen.

The Great Debaters

(Bild: © imdb.com)

The Great Debaters spielt in den Vereinigten Staaten der 1930er Jahre, eine Zeit, in der Rassismus zu den elementaren Bestandteilen des öffentlichen Lebens gehörte. An einem College für Afroamerikaner in Texas organisiert der engagierte Melvin B. Tolson (Denzel Washington) einen Debattierklub, in dem er jungen schwarzen Afroamerikanern die Redekunst und die Macht von Worten beibringen möchte. Mit seinen vier besten Studenten nimmt er an einem Debattierwettbewerb teil, in dem Studentengruppen unterschiedlicher Colleges gegeneinander antreten und ihre Redekünste unter Beweis stellen müssen. Perfekt angeleitet von Tolson kann die Gruppe mehrere Siege in Folge einfahren. Allerdings wird im Laufe des Films immer mehr auf die täglichen Angriffe auf Schwarze und die Kränkungen, die sie erfahren müssen, eingegangen. Dabei wird auch nicht ausgelassen wie sie von Weißen gelyncht werden. Diese Eindrücke prasseln auf die junge Debattiergruppe ein, verändern sie und lassen sie reifen. Aufgrund ihres Erfolges und ihrer klaren Argumente tritt das Team gegen die unbezwungene Debattiergruppe des Harvard College und siegen als afroamerikanisches Team über eine der Eliteuniversitäten.

Auch wenn der Film leicht von den wahren Begebenheiten abweicht (nicht das Harvard College, sondern die University of South Carolina, die zu dem Zeitpunkt die amtierenden Debattiersieger waren, wurde besiegt) ist er ein erstaunliches Zeugnis amerikanischer Geschichte. The Great Debaters liefert einen Mix aus unglaublichen Emotionen, viel Wahrheit und realer Geschichte. Dabei ist nicht nur der moralische Anspruch sehr hoch, sondern auch die Dialoge sind ein Meisterstück und eines Debattierklubs würdig. Sie regen einen zum intensiven Nachdenken an. Unterstützt wird dies durch die sehr eindrucksvolle Gestik und Mimik der Schauspieler, bei denen die sehr talentierten jungen Schauspieler keinesfalls im Schatten des sehr präsenten Denzel Washington und Forest Whitaker stehen. Dieser Film wühlt einen auf und verliert durch anspruchsvolle Dialoge nie an Spannung, sehr zu empfehlen!

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